130 Jahre LKW
Liebe Kolleginnen und Kollegen von Daimler Truck,
130 Jahre LKW - das ist nicht nur die Geschichte eines Fahrzeugs. Es ist die Geschichte von Menschen, die unter härtesten Bedingungen gearbeitet haben, die sich organisiert und gekämpft haben und die dabei immer füreinander eingestanden sind. Mit dieser Artikelserie setzt der Gesamtbetriebsrat von Daimler Truck ein wichtiges Zeichen: Er rückt die Beschäftigten in den Mittelpunkt. Nicht die Technik, nicht die Rendite, nicht die Unternehmensgeschichte allein, sondern die Menschen, die diesen LKW möglich gemacht haben. Tag für Tag, über Generationen hinweg, an den Standorten in Untertürkheim, Mannheim, Gaggenau, Sindelfingen, Wörth, Kassel und darüber hinaus.
Was mich an dieser Serie besonders beeindruckt, ist ihre Ehrlichkeit. Sie verschweigt nicht, wie schwer die Arbeit früher war: 60-Stunden-Wochen, keine Kündigungsfristen, kein Urlaub, Unfälle als Alltag. Und sie zeigt klar, wer diese Verhältnisse verändert hat: die Beschäftigten selbst, gemeinsam mit ihren Betriebsräten und der IG Metall. Nichts davon ist vom Himmel gefallen. Jede Stunde, die heute nicht gearbeitet werden muss, jeder Urlaubstag, jeder Schutzstandard am Arbeitsplatz ist das Ergebnis von Auseinandersetzungen, Mut und von gelebter Solidarität. Das verdient Respekt, und ich sage es gerne laut: Die Kolleginnen und Kollegen bei Daimler Truck haben in den vergangenen 130 Jahren Außerordentliches geleistet.
Diese Geschichte ist nicht abgeschlossen. Sie reicht unmittelbar in die Gegenwart hinein, und die Gegenwart ist anspruchsvoll: die Transformation der Automobilindustrie, der Wandel hin zur Elektromobilität, der Druck auf Kosten und Standorte, der demografische Wandel in den Belegschaften. Einfache Lösungen gibt es dafür nicht. Aber 130 Jahre Erfahrung zeigen: Wo wir zusammenhalten, bewegen wir etwas.
Mich freut an dieser Serie besonders, dass sie jungen Kolleginnen und Kollegen zeigt, woher wir kommen. Wer nicht weiß, dass der freie Samstag erkämpft wurde, wer nie erlebt hat, was eine Aussperrung bedeutet oder wie es sich anfühlt, wenn der Staat seine Neutralität aufgibt, um den Arbeitgeber zu stützen, kann das Hier und Heute nur schwer einordnen. Historisches Bewusstsein ist kein Luxus. Es ist eine Grundlage für gute Interessenvertretung.
Ich danke dem Gesamtbetriebsrat von Daimler Truck herzlich für diese Initiative und für die Arbeit, die dahintersteht. Und ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die diese 130 Jahre mit ihrem Einsatz, ihrer Erfahrung und
ihrer Haltung geprägt haben. Auf dieses Fundament können wir bauen. Gerade jetzt, wo es darauf ankommt.
Herzlichen Glückwunsch zu 130 Jahren LKW!
Eure Barbara Resch
Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg
Letzte Änderung: 15.07.2026
