Springe direkt zu: Seiteninhalt, Hauptmenü, Bereichsnavigation

IG Metall @ Daimler

Informationen der IG Metall für Beschäftigte der Daimler AG

Werk Sindelfingen - Elektromobilität

Elektro-Auto

09.02.2017 Elektro-Auto kommt nach Sindelfingen

Nach langen und schwierigen Verhandlungen verständigten sich Betriebsrat und Unternehmensvertretung über die Teilhabe Sindelfingens an der Elektrostrategie. Dazu gehört primär die Integration eines Elektrofahrzeugs (EQ) in Sindelfingen.

Bereits Mitte letzten Jahres konnte der Betriebsrat dem Unternehmen eine Absichtserklärung abringen, die Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und der wirtschaftlichen Integration eines Elektrofahrzeugs in Sindelfingen in Aussicht stellte. Die Inhalte dieser Absichtserklärung wurden nun auch in eine bindende Betriebsvereinbarung gegossen.

Kernaussage ist, dass der Standort Sindelfingen Leadwerk für E- und S-Klasse und Innovations- und Kompetenzzentrum für neue Technologien und Fahrzeuge der Luxus- und Oberklasse ist. Des Weiteren sichert die Vereinbarung in Anlehnung an die "Daimler Zukunftssicherung" im Rahmen der Anbindung des Standortes Sindelfingen an den internationalen Produktionsverbund zu, dass die aktuell bestehende Produktionskapazität abgesichert wird.

Ergun Lümali, BR-Vorsitzender Werk Sindelfingen

Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender am Standort Sindelfingen:
"Für uns Betriebsräte war es von großer Bedeutung, dass Elektrofahrzeuge zusammen mit den konventionellen Fahrzeugen in die Produktion am Standort Sindelfingen integriert werden. Mit unserer hoch motivierten und erfahrenen Mannschaft bieten wir die besten Voraussetzungen zur erfolgreichen Teilhabe an Daimlers Elektrostrategie. Die Vereinbarung stellt einen weiteren elementaren Meilenstein für die Weiterentwicklung des Standortes Sindelfingen als Innovations- und Kompetenzzentrum für neue Technologien dar. Wir freuen uns sehr, dass durch diese Maßnahmen und der damit einhergehenden Absicherung der Produktionskapazität zur Beschäftigungssicherung beigetragen wird."

Im Detail wurde vereinbart:

Industrialisierung eines Elektrofahrzeugs

Um das Werk Sindelfingen im Rahmen des Produktionsverbundes an der Elektrostrategie teilhaben zu lassen, sagt die Unternehmensleitung die Fertigung eines Elektrofahrzeugs am Standort Sindelfingen zu. Dieses Fahrzeug gehört zu einer völlig neuen Fahrzeuggeneration. Dies stellt einen weiteren elementaren Meilenstein für die Weiterentwicklung des Standortes Sindelfingen als Innovations- und Kompetenzzentrum für neue Technologien dar.

Leadwerk E-Klasse und Anbindung an den internationalen Produktionsverbund

In Ausgestaltung der Rolle des Werkes Sindelfingen als Leadwerk E-Klasse sagt die Unternehmensleitung zu, dass die Nachfolger der aktuellen E-Klasse-Derivate (BR213) in Sindelfingen anlaufen. Sollte es zu einem dieser E-Klasse-Derivate keinen direkten Nachfolger geben sollte, sagt die Unternehmensleitung zu, vergleichbare Produktionskapazitäten und Beschäftigung zu sichern. Gleichzeitig wird damit das Werk Sindelfingen an den internationalen Produktionsverbund angebunden.

Konkretisierung Zukunftsbild Sindelfingen 2020+

Die Unternehmensleitung bestätigt, dass die in der Vereinbarung "Zukunftsbild Sindelfingen 2020+" vom 30.07.2014 festgelegten Investitionen für den Neubau einer Montagehalle (sog. Halle 56) realisiert werden. Der Spatenstich für die neue Montagehalle auf den ehemaligen Parkflächen neben Parkhaus 307 sowie für die Umsetzung der neuen Lackierung auf den Flächen des heutigen Bau 44 mit Erweiterung Richtung Westen (heutiger Carport) erfolgt im Jahr 2017.

125 befristet Beschäftigte werden weiterbeschäftigt

Dem Betriebsrat ist es gelungen, dass die 125 befristet eingestellten Beschäftigten um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Flexible Fertigung der Montagen Bau 56 und 46

Um Stückzahlschwankungen innerhalb der Montagen 56 und 46 besser auszu-gleichen und die Beschäftigung zu stabilisieren, wird die flexible Fertigung der Fahrzeuge in beiden Montagehallen ermöglicht.

Flächenbedarf für neue Technologien

Aufgrund von Flächenknappheit wurde die Einigung erzielt, die Fertigungstiefe zu reduzieren. Betroffen hiervon sind Teile im Rohbau, Presswerk und der Logistik. Hinzu kommen einzelne Umfänge in der Montage der Baureihe BR223. Um möglicherweise entstehende Beschäftigungsdefizite in den betroffenen Bereichen auszugleichen, sagt die Unternehmensleitung zu, die betroffenen Beschäftigten innerhalb ihres Bereichs weiter zu beschäftigen.

Arbeitszeit- und Personalflexibilität

Unternehmensleitung und Betriebsrat werden 2017 in Gespräche eintreten, um neue und innovative Arbeitszeitmodelle und Instrumente zu entwickeln. Als neues Personalsteuerungsinstrument wird eine Plattform für flexibles Personal am Standort Sindelfingen nach erfolgreicher Pilotierung umgesetzt. Diese ermöglicht den ganzjährigen Einsatz von temporär Beschäftigten.

Hierdurch soll auch eine Entlastung der Stammbeschäftigten erreicht werden. Die Details zur Ausgestaltung der Plattform werden in einer gesonderten Vereinbarung festgelegt.Zudem hat der Betriebsrat aufgrund der veränderten Anforderungen der demogra-fischen Entwicklung zugestimmt, die Personalflexibilität in der Produktion zu verbessern.

Weiterentwicklung der Arbeitsorganisation

Unternehmensleitung und Betriebsrat werden in Gespräche eintreten, wie auf Basis der mit dem Gesamtbetriebsrat vereinbarten Rahmenbedingungen in der Montagehalle 56 ab Produktionsbeginn die Arbeitsorganisation realisiert werden kann. Vorab wird ein Pilot durchgeführt, um erste Erfahrungen sammeln und auswerten zu können.

Umsetzung Anlagenwartkonzept

Die Umsetzung des Anlagenwartkonzeptes Rohbau wurde vereinbart. Nach einer erfolgreichen Durchführung des Piloten, wird die Umsetzung des Anlagenwart-konzeptes ab 2. Quartal 2017 gestartet.

Produktion der Zukunft und entsprechende Qualifizierung

Die Dynamik der technologischen Entwicklung im Rahmen von Industrie 4.0 sowie die Digitalisierung der Arbeitswelt werden auch die Prozesse in der Produk-tion beeinflussen. Dies erfordert einhergehend eine entsprechende Qualifizierung der Mitarbeiter.

Unternehmensleitung und Betriebsrat sind sich weiterhin einig, die anstehenden Themen gemeinsam und konstruktiv anzugehen, um auf die damit verbundenen Herausforderungen zu reagieren und dabei auch die möglichen Chancen für die Beschäftigten zu identifizieren und zu nutzen.

Letzte Änderung: 28.02.2017