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Pressemitteilung der IG Metall

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16.02.2017 Vereinbarkeitsregeln zu Familie, Pflege und Weiterbildung sind in Südwest-Betrieben Mangelware - Betriebsräte-Befragung sieht dringenden Handlungsbedarf

Pressemitteilung 7/2017
16. Februar 2017

Stuttgart. Wie wird Flexibilität im Betrieb organisiert? Welche Rolle spielt Schichtarbeit? Und wie steht es um Arbeitszeitkonten, die Möglichkeit mobil zu arbeiten oder um Betriebsvereinbarungen zur Vereinbarung von Familie, Pflege und Weiterbildung mit dem Beruf? Diese Fragen hat die IG Metall Ende 2016 Betriebsräten in ihren Branchen gestellt - bundesweit haben sich Kolleginnen und Kollegen aus knapp 2700 Betrieben an der Online-Befragung beteiligt, darunter 426 aus Baden-Württemberg.

Ergebnis der Umfrage: Nur in jedem zehnten Betrieb in den IG Metall-Branchen im Südwesten gibt es eine Betriebsvereinbarung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, noch weniger verbreitet sind Vereinbarungen zur Pflege (8 Prozent). Das Thema "Weiterbildung und Beruf" wird immerhin in jedem sechsten Betrieb im Südwesten per Betriebsvereinbarung geregelt. Bundesweit fallen die Ergebnisse etwas besser aus.

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg: "Die Befragung zeigt einmal mehr, dass die Betriebe endlich den Flexibilitätsbedürfnissen ihrer Beschäftigten gerecht werden müssen. Damit sorgen die Unternehmen gleichsam für ihre eigene Zukunft vor und bleiben als Arbeitgeber attraktiv."

Regeln zur Vereinbarkeit seien auch deshalb dringend nötig, weil zahlreiche Beschäftigte nach wie vor in belastenden Schichtmodellen tätig sind. Bundesweit wie in Baden-Württemberg wenden fast zwei Drittel der Betriebe in den IG Metall-Branchen Schichtarbeit an, in mehr als jedem zweiten dieser Betriebe im Südwesten ist Wechselschicht das vorherrschende Modell. Dies gilt als am wenigsten belastend für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen. 42 Prozent der Schichtbetriebe arbeiten allerdings auch mit Nachtschichten, 28 Prozent mit Wochenend-Schichten.

"Es ist dringend notwendig, auch für die Beschäftigten in starren Schichtsystemen Möglichkeiten zum Ausgleich zu schaffen", so Zitzelsberger. Als positiv wertet er, dass das Problem offenbar in zahlreichen Betrieben erkannt wurde, nahezu jeder zweite IG Metall-Betriebsrat im Südwesten bearbeitet derzeit ein Projekt zur Arbeitszeit. In 97 Prozent der Betriebe existieren mittlerweile Arbeitszeitkonten, vorherrschend sind Gleitzeit- (81 Prozent), seltener Langzeitkonten (17 Prozent). 47 Prozent bieten zudem die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten, in jedem zweiten Betrieb existieren dafür Regeln zur Zeiterfassung.

"Die Ergebnisse der Betriebsräte-Befragung bestätigen, dass wir mit unserer aktuellen Arbeitszeitkampagne den Nerv in den Betrieben treffen. Jetzt gilt es, mit der laufenden Beschäftigtenbefragung noch detailliertere Erkenntnisse zu den Bedürfnissen der Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen und daraus eine erste Orientierung für die Tarifrunde 2018 in der Metall- und Elektroindustrie abzuleiten."

Die Beschäftigtenbefragung 2017 läuft noch bis zum 26. Februar, erste Ergebnisse gibt es im April.

Letzte Änderung: 16.02.2017