Pressemitteilung

IG Metall: Presse

10.03.2021 Bisher über 87.500 Metallerinnen und Metaller an Warnstreiks im Südwesten - Neue Rekordbeteiligung am Freitag erwartet

  • 3.520 Beschäftigte legen am Mittwoch zeitweise die Arbeit nieder
  • Bezirksweiter digitaler Warnstreik am 12. März

Stuttgart. Die Warnstreiks in der M+E-Industrie im Südwesten laufen ungebremst weiter: Bis um 14 Uhr beteiligten sich am heutigen Mittwoch 3.520 Metallerinnen und Metaller aus rund 30 Betrieben an Warnstreiks, Kundgebungen und Frühschluss-Aktionen. Damit steigt die Zahl der Beteiligten seit Warnstreikbeginn auf 87.545 Beteiligte aus über 267 Betrieben, innerhalb der Friedenspflicht hatten bereits fast 90.000 Beschäftigte mit vielfältigen Aktionen ihre Unterstützung für die IG Metall-Forderungen signalisiert.

Am heutigen Mittwoch kamen circa 400 Beschäftigte aus verschiedenen Betrieben zu einem Mobilitätskorso mit anschließender Kundgebung in Teningen (Freiburg) zusammen. Bei Magna Spiegelsysteme in Assamstadt versammelten sich rund 300 Metallerinnen und Metaller vor dem Werkseingang zu einem Demozug. Zusätzlich beendeten Beschäftigte aus Betrieben im Gebiet von zehn weiteren Geschäftsstellen vorzeitig ihre Arbeit, zum Beispiel 115 bei Harman-Becker in Ittersbach, 140 bei Erhard in Heidenheim, rund 700 bei Schaeffler in Bühl und 1350 bei Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen.

IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger: "Nachdem sich die Arbeitgeber auch in der gestrigen vierten Verhandlung kaum bewegt haben, setzen wir unsere Warnstreiks ungebremst fort."

Die IG Metall fordert ein Entgelt-Volumen von 4 Prozent zur Stabilisierung der Einkommen und zur Sicherung von Beschäftigung. Außerdem will sie einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge schaffen und die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessern. Insbesondere über letzteren Punkt soll nun zunächst in Expertengruppen aus Vertretern beider Seiten diskutiert werden, bevor man vor Ostern zur nächsten Verhandlung zusammenkommt. Auch die Gespräche in kleinerer Runde würden nicht zu einem Stillstand der Warnstreiks führen, kündigte Zitzelsberger an.

Am kommenden Freitag ist eine Rekordbeteiligung der ersten zwei Warnstreik-Wochen zu erwarten, Beschäftigte aus über 140 Betrieben sind an diesem Tag zum Warnstreik aufgerufen. Das Gros werden erneut Frühschluss-Aktionen sein, es gibt aber auch größere Kundgebungen wie zum Beispiel im Gebiet der IG Metall Reutlingen-Tübingen.

Ebenfalls am Freitag findet der erste badenwürttemberg-weite digitale Warnstreik statt. Von 10 Uhr an erwartet die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm mit Themen und Gästen rund um die Tarifrunde, sowie Gesundheits-Tipps und Live-Cooking mit Roman Zitzelsberger.

Letzte Änderung: 10.03.2021